L-tunes Party 2012 im alten SchwuZ - Foto: Jennifer Lohrber
L-tunes Party 2012 im alten SchwuZ – Foto: Jennifer Lohrber

Unter dem Namen MegaDyke productions machen wir Lesben*partys und engagieren uns für lesbische Sichtbarkeit – und heißen selbstverständlich auch bi-, trans*- und alle anderen Frauen (je nach Party auch mit best friends) willkommen. Als wir 1993 zum ersten Mal einen lesbischen Event (mit-)organisiert haben, gab es nur große „Frauenparties“, das Wort „Lesbe“ war tabu und wurde vermieden oder umschrieben (was leider aktuell schon wieder geschieht – der Backlash lässt grüßen). Weil uns das angestunken hat, trugen unsere ersten Parties ab 1994 das L-Wort explizit im Namen: die legendären MegaLesbenPartys in der Alten TU Mensa und später im ebenso legendären tRÄNENpALAST. Von 1997 bis August ’99  gab es unsere erste monatliche Partyreihe MS TitaniCa „for lesbians and friends“ auf dem ehemaligen Flaggschiff der DDR-Grenzflotte, der MS Sanssouci. Als das Schiff verkauft wurde, suchten wir nach einer neuen Heimat und fanden sie am Mehringdamm: Mit der Premiere der Subterra-Party im September 1999 brachte Megadyke die erste Lesbenparty (und zum ersten Mal Lesben in Massen) ins SchwuZ.

Noch 2004 sah das im SchwuZ so aus: „Die einzige Fremdveranstaltung, die [seit September 1999] regelmäßig stattfindet, ist die Lesbenparty Subterra. Seitdem die MegaDykes sie zum ersten Mal im SchwuZ aufzogen, hat sich die Schwellenangst der Lesben auch vor anderen SchwuZ-Partys abgebaut. Anfangs gab es über die Lesbenparty im Verein Diskussionen, schließlich handelte es sich ja eigentlich um einen Schwulentreff. Das Argument, Subterra in den eigenen Räumen zu haben, war zum einen ein wirtschaftliches, da es noch unbelegte Freitage gab, und die MegaDykes in den 90ern sehr erfolgreiche Partys veranstaltet haben. Zum anderen traf man den Zeitgeist, wenn man sich unter die zunehmende Anzahl gemischter Veranstaltungsorte einreihte“ (Sonja John in: Das SchwuZ, ein erfolgreiches Konzept (Kreuzberger Chronik).

Subterra wurde im März 2006 durch eine neue Partyreihe abgelöst: L-tunes war geboren, mit der wir das SchwuZ bis März 2017 gerockt und die wir konzeptionell immer wieder verändert und weiterentwickelt haben. Wir sind mit dem SchwuZ vom Mehringdamm in die Rollbergstraße umgezogen, haben beim Umbau der neuen Räume mit angefasst und sind stolz darauf, dass das SchwuZ auch mit unserer Hilfe hier mehr Potential entfalten konnte. 2014 schreibt die Siegessäule: „Mit über 1.000 Gästen ist „L-tunes“ damit 2014 zur größten Lesbenparty der Stadt und zu einer der erfolgreichsten Partys im SchwuZ mutiert. Wir finden: WOW!“ (Quelle: SIEGESSÄULE-Jahresrückblick Die beste Party 2014). Das war zwar etwas hoch gegriffen (über 1000 gab es nur gelegentlich) aber auch unser realer Durchschnitt macht was her.

Am Ende haben sich die Rahmenbedingungen geändert und wir mussten uns vom SchwuZ trennen – vielen Dank für die Jahre guter Zusammenarbeit. Anfang 2017 haben wir einen Neustart gemacht, jetzt entwickeln wir die Party in frischen kreativen Umgebungen weiter und bieten euch neue und unterschiedliche Erlebnisräume. Back to the roots sind wir wieder in Bewegung, sogar noch mehr als in unseren Anfangszeiten: Seit April 2017 präsentieren wir L-tunes in wechselnden Locations, im Sommer nach Möglichkeit mit Outdoor-Bereichen direkt am Wasser, im Winter wandern wir queer durch Berlin. Mehr zu den diversen aktuellen Locations findet ihr hier unter Locations und auf Facebook.

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns auf dieser spannenden Reise begleitet!

 

Je älter man wird, desto mehr liebt man das Anstößige. (Virginia Woolf)