L-Support

// Aktion bei L-tunes am 22. April 2017 //

L-Support – Infos, Sweets und Spenden

L-SUPPORT – Lesbisch, Bi, Queer Victim Support – ist eine Projektinitiative, die seit September 2014 daran arbeitet, ein Opferhilfeangebot für gewaltbetroffene lesbische, bisexuelle und queere Frauen in Berlin zu schaffen. L-SUPPORT wird momentan von 10 ehrenamtlich engagierten Frauen unterstützt. Im September 2015 wurde der Verein L-Support e.V. gegründet und ist seitdem Trägerverein von L-SUPPORT.

Ziel von L-SUPPORT ist es, lesbenfeindlicher Gewalt wirksame und entschiedene Strategien entgegenzusetzen. Lesbische, bisexuelle und queere Frauen in Berlin werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und als Betroffene von Gewalt bedarfsgerecht, niedrigschwellig und unbürokratisch unterstützt.

1. Beratungstelefon: L-Support bietet eine telefonische Erstberatung an, in der Gewaltvorfälle und Übergriffe gemeldet sowie Angebote vermittelt werden können. Hierzu gehört die weiterführende psychosoziale Beratung durch Beraterinnen. Sprech- und Rückrufzeit jeden Sa & So von 17 bis 19 Uhr (zu anderen Zeiten auf die Mailbox sprechen – Stand 18.4.2016).

2. Melden von Übergriffen: Antilesbische Fälle von Diskriminierung und Gewalt werden erfasst und dokumentiert, um weiterführende gewaltpräventive Ansätze zu entwickeln.

3. Gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit: In den unterschiedlichen LSBT*-Szenen werden Angebote von L-Support vermittelt. Gezielt werden Nutzerinnen von Szeneeinrichtungen zum Thema lesbenfeindliche Gewalt informiert und sensibilisiert.

4. Werbung für ehrenamtliches Engagement: In den L-Szenen Berlin‘s werden Mitarbeiterinnen für L-Support gewonnen. Auch du kannst mitmachen!

Du willst mehr wissen? Hier kannst du Kontakt aufnehmen:

L-Support auf Facebook

L-Support Homepage

L-Support schafft ein Angebot, das die bestehenden Angebote in Berlin sinnvoll ergänzen soll. Lesbische und bisexuelle Frauen in Berlin als Betroffene von Gewalt sollen in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und niedrigschwellig und unbürokratisch unterstützt werden. Unterstützungsangebote und Möglichkeiten der Opferhilfe sollen in den vielfältigen Szenen breit kommuniziert werden. Der Kontakt zu staatlichen Institutionen und die Dokumentation und Auswertung von Fällen sollen verbessert werden, um lesbenfeindliche Gewalt so verstärkt öffentlich sichtbar zu machen und zu thematisieren.

L-Support wird momentan von 20 ehrenamtlich engagierten Frauen unterstützt. Seit September 2015 ist der Verein L-Support e.V. Träger von L-Support. L-Support kooperiert mit MANEO – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin.

Mehr Infos zum Hintergrund:

Straftaten, Gewaltvorfälle und Angriffe auf Lesben bzw. bisexuelle Frauen spielen in der öffentlichen Wahrnehmung eine untergeordnete Rolle. Bei der Polizei werden im Vergleich zur antischwulen Gewalt weit weniger Taten angezeigt. Homo- und trans*feindliche Taten werden zwar als sog. „Hasskriminalität“ polizeilich im „Kriminalpolizeilichen Meldedienst – politisch motivierte Kriminalität“ erfasst, dies setzt jedoch eine Anzeige der betroffenen Frau(en) voraus. Im Jahr 2014 wurden bei der Polizei Berlin lediglich drei Strafanzeigen, die auf Grund lesbenfeindlicher Motive begangen wurden, bekannt. Ein projektgeführtes Meldesystem oder eine Möglichkeit, Vorfälle – auch ohne Anzeige erstattet zu haben – registrieren zu lassen, existiert nicht. Es liegen daher kaum Erkenntnisse zu homophoben Angriffen auf homo- bzw- bisexuelle Frauen vor.

Gemäß der Ergebnisse einer Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) „Erfahrungen von LGBT-Personen mit Diskriminierung und Hasskriminalität in der EU und Kroatien“ aus dem Jahr 2013 ist von einem überdurchschlittlich hohen Dunkelfeld auszugehen. Im Rahmen dieser Studie geben 47% aller befragten lesbischen Frauen an, mindestens einmal innerhalb der vergangenen zwölf Monate Opfer von physischen oder sexuellen Übergriffen auf Grund ihres Lesbischseins geworden zu sein. 83% der Frauen haben dies nicht bei der Polizei angezeigt, da fast jede zweite Frau den Vorfall für sich selbst bagatellisierte bzw. ein Großteil der Betroffenen davon ausging, dass die Polizei „nichts tun wird und nichts tun kann“.

Eine Untersuchung der Lesbenberatung Berlin aus dem Jahr 2012 ergab, dass Frauen dazu neigen, Gewalterfahrungen und Angriffe, die sie auf Grund ihres Lesbischseins erlebt haben, im Privaten, beispielweise gemeinsam mit der Partnerin zu besprechen und zu verarbeiten. Es kann also davon ausgegangen werden, dass homophobe Angriffe auf Frauen / Lesben überwiegend im Verborgenen bleiben und keine gesamtgesellschaftliche Relevanz entfalten.

Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Problemlage scheint es dringend notwendig, die Lesben- und Frauenszene hinsichtlich des Phänomens der vorurteilsmotivierten Kriminalität stärker zu sensibilisieren. Es sollen Unterstützungsangebote und Möglichkeiten der Opferhilfe breiter kommuniziert werden. L-Support setzt sich zum Ziel, die Frauen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken, indem bedarfsgerecht Unterstützungsangebote vermittelt werden. Der Kontakt zu staatlichen Institutionen wie Polizei und Staatsanwaltschaft – hier insbesondere zu den Ansprechpersonen für LSBTI – soll etabliert werden. Die Dokumentation und Auswertung von Fällen wird Erkenntnisse hervorbringen, die bislang nicht zugänglich waren. Außerdem soll lesbophobe Gewalt stärker öffentlich thematisiert werden, um gesellschaftliche Interventionstrategien entwickeln zu können

2 thoughts on “L-Support

  1. Pingback: L-tunes – 29. April 2016 – L-tunes

  2. Pingback: L-tunes 27. Januar 2017 – L-tunes

Comments are closed.