Foto: L-tunes im Spindler & Klatt (Dezember 2019)


Wieso Lesbenpartys? Für mehr Lesbische Sichtbarkeit!

Unter dem Namen MegaDyke productions machen wir Lesbenpartys und engagieren uns für lesbische Sichtbarkeit – und heißen dabei auch bi-, trans* und alle anderen Frauen (und je nach Party auch männliche best friends) willkommen. Als wir 1993 zum ersten Mal einen lesbischen Event (mit-) organisiert haben, gab es fast nur große „Frauenparties“, das Wort „Lesbe“ war tabu und wurde vermieden oder umschrieben (was leider aktuell schon wieder geschieht – das Patriarchat schlägt zurück).

Weil uns das genervt hat, trugen unsere ersten Parties ab 1994 das L-Wort explizit im Namen und wurden und werden auch heute noch konsequent als Lesbenpartys bezeichnet: die legendären MegaLesbenPartys in der Alten TU Mensa und später im ebenso legendären tRÄNENpALAST. Daneben machten wir diverse andere Partys oder Partyreihen wie etwa den queeren ChitChatClub im alten Franz-Club, den einen oder anderen Ballroom-Event im ehemaligen Spiegelsaal des BKA u.a.

Von 1997 bis August ’99 gab es auch unsere erste regelmäßige monatliche Partyreihe MS TitaniCa „for lesbians and friends“ auf dem ehemaligen Flaggschiff der DDR-Grenzflotte, der MS Sanssouci. Als das Schiff verkauft wurde, suchten wir nach einer neuen Heimat und fanden sie am Mehringdamm:

Subterra – 1999 bis 2006

Mit der Premiere der Subterra-Party im September 1999 brachte Megadyke die erste Lesbenparty (und zum ersten Mal Lesben in Massen) ins SchwuZ. Noch 2004 sah das im SchwuZ so aus: „Die einzige Fremdveranstaltung, die [seit September 1999] regelmäßig stattfindet, ist die Lesbenparty Subterra. Seitdem die MegaDykes sie zum ersten Mal im SchwuZ aufzogen, hat sich die Schwellenangst der Lesben auch vor anderen SchwuZ-Partys abgebaut. Anfangs gab es über die Lesbenparty im Verein Diskussionen, schließlich handelte es sich ja eigentlich um einen Schwulentreff. Das Argument, Subterra in den eigenen Räumen zu haben, war zum einen ein wirtschaftliches, da es noch unbelegte Freitage gab, und die MegaDykes in den 90ern sehr erfolgreiche Partys veranstaltet haben. Zum anderen traf man den Zeitgeist, wenn man sich unter die zunehmende Anzahl gemischter Veranstaltungsorte einreihte“ (Sonja John in: Das SchwuZ, ein erfolgreiches Konzept, Kreuzberger Chronik). Subterra war eine klassische Mottoparty und ein Kind der 90er, das irgendwie nie so ganz im neuen Jahrtausend ankam und Anfang 2006 durch ein neues, flexibleres Konzept abgelöst wurde.

L-tunes, unsere monatliche Party – seit 2006 bis heute

Mit einem neuen Fokus auf Vernetzung, sozialer Interaktion und größerer musikalischer Offenheit wurde L-tunes geboren, mit der wir das SchwuZ von März 2006 bis März 2017 gerockt haben. Wir sind mit dem SchwuZ vom Mehringdamm in die Rollbergstraße umgezogen, haben beim Umbau der neuen Räume mit angefasst und sind stolz darauf, dass das SchwuZ auch mit unserer Hilfe hier mehr Potential entfalten konnte. 2014 schreibt die Siegessäule: „Mit über 1.000 Gästen ist „L-tunes“ damit 2014 zur größten Lesbenparty der Stadt und zu einer der erfolgreichsten Partys im SchwuZ mutiert. Wir finden: WOW!“ (Quelle: SIEGESSÄULE-Jahresrückblick Die beste Party 2014). Das war zwar etwas hoch gegriffen (über 1000 Gäste gab es nur sehr selten) aber auch unser realer Durchschnitt macht was her.

Neustart und permanente Revolution

Am Ende haben sich die Rahmenbedingungen geändert und wir haben uns vom SchwuZ getrennt – und wir sind dankbar für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit, aber auch für den Anstoß zu einem Neuanfang. Im April 2017 haben wir den Absprung gemacht, seitdem entwickeln wir die Party in frischen kreativen Umgebungen weiter und bieten euch neue und unterschiedliche Erlebnisräume. L-tunes ist gelebte permanente Revolution, sie wird konzeptionell immer wieder verändert. Seit mittlerweile bald drei Jahren präsentieren wir L-tunes in wechselnden Locations, im Sommer nach Möglichkeit mit Outdoor-Bereichen direkt am Wasser, und wandern dabei durch diverse Berliner Clubs. Back to the roots sind wir noch mehr in Bewegung als in unseren Anfangszeiten in den 90ern, behalten dabei die Bodenhaftung und suchen immer wieder den Austausch mit euch, unserem Publikum – denn ihr seid die, für die wir das machen und die uns am meisten inspirieren! Wir wollen Räume schaffen, wo ihr andere spannende Frauen kennenlernen und locker und ungezwungen mit anderen in Kontakt treten, quatschen, tanzen und feiern könnt. Und wenns richtig gut läuft, dann fühlt ihr euch hinterher auf die eine oder andere Weise ein bisschen mehr mit anderen verbunden als vorher.

Mehr zu den aktuellen Locations von L-tunes findet ihr hier unter Locations und auf Facebook.

CSD-Lesbenparty – unser Flagship Event

Schon seit Mitte der 90er veranstalten wir außerdem als Flagship-Party jährlich eine extragroße CSD-Lesbenparty zum Berlin Pride. Unter Titeln wie MegaLesbenParty, Girltoxic, Superdyke und aktuell LIQUID PRIDE bringen wir hier in fetten Locations eine riesige Bandbreite von Lesben & Verbündeten zusammen, um gemeinsam unsere Unterschiede zu feiern und Lesbische Sichtbarkeit zu promoten. Locations zum CSD waren erst die Alte TU Mensa, dann lange der legendäre tRÄNENpALAST und später Clubs wie Club103, Maria am Ostbahnhof, Club Magdalena u.a.

2016 waren wir mit unserer CSD-Party zum ersten Mal im Musik & Frieden, wo wir mit den vielen Floors ein ideales Setting haben. Dieses Jahr zum CSD Berlin feiern wir mit LIQUID PRIDE 2020 wieder dort und freuen uns schon jetzt wie verrückt!

C u soon!

Je älter man wird, desto mehr liebt man das Anstößige. (Virginia Woolf)